Herzlich willkommen auf der Klöstitz-Homepage von Ingrid Reule
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Haben Sie Vorfahren in Klöstitz, Bessarabien?

Um das Forschen danach zu erleichtern, möchte ich meine Daten über die Klöstitzer Siedler und deren Vor- und Nachfahren ihren Nachkommen und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Unter Genealogiedaten können Sie in meiner Datenbank unter ca. 23.000Personen nach Ihren Vorfahren suchen. Dort sind auch zahlreiche Personen aus Beresina und Borodino zu finden. Den Schwerpunkt der Darstellung bildet der Zeitraum vom Beginn der Besiedlung im Jahr 1815  bis zur Umsiedlung ins Deutsche Reich im Herbst 1940. Viele Ahnenlinien vor der Ansiedlung in Klöstitz 1815 wurden ebenso erforscht. Nach 1940 bis heute wurden zudem die Klöstitzer Umsiedler und Nachfahren erforscht, die zu meiner eigenen Familie gehören.

Wo haben die Vorfahren gelebt? - Geographische Lage, Siedlungsumfang, Landschaft, Klima

Klöstitz (heute Veselz Dolina) liegt in Bessarabien. Diesen Namen trägt das Gebiet, das westlich vom Pruth, östlich und nördlich vom Dnjestr und südöstlich vom Schwarzen MeBildergalerie Klöstitz heuteer und dem Donaudelta begrenzt wird bereits seit dem 15. Jahrhundert. Bessarabien ist mit 44.000 km2 etwas größer als die Niederlande. Knapp 10% dieser Fläche wurde von deutschen Siedlern und ihren Nachkommen bewirtschaftet.  Bessarabien gehörte im Laufe seiner wechselvollen Geschichte seit dem ausgehenden Mittelalter zum Fürstentum Moldau, zum Osmanischen Reich, zu Russland, zu Rumänien und zur Sowjetunion. Sein Name rührt vom walachischen Fürstengeschlecht der Bassarab her, die dort im 14. Jahrhundert herrschten.

Heute gehört der nördliche Teil Bessarabiens zu Moldawien und der südliche zur Ukraine. Der südliche Teil war das Hauptansiedlungsgebiet der deutschen Emigranten, in ihm liegt auch Klöstitz. Es liegt Luftlinie etwa 1.500 km von den Heimatregionen der meisten Siedler bzw. ihrer Vorfahren in Württemberg, Baden und der Pfalz entfernt und ca. 1.000 km von den Zwischenstationen im früheren West-, Süd- und Neu-Ostpreußen (Süd- und Neu-Ostpreußen bildeten von 1807 - 1815 den Großteil des Herzogtums Warschau), von wo aus sie ab 1814 und bis 1839 dem Ruf und den Angeboten von Zar Alexander I. folgten und sich zur Weitersiedlung in das seit 1812 russische Bessarabien entschlossen. Klicken Sie hier für eine detaillierte Karte mit den Herkunftsorten/Zwischenstationen der Klöstitzer Siedler Klicken Sie hier für eine detaillierte Karte mit den Herkunftsorten der Klöstitzer Siedler

Zwischen 1814 und 1842 siedelten sich etwa 2.100 - 2.500 Familien (das sind etwa 8.500-10.000 Personen)  deutscher Herkunft in Bessarabien an - etwa zwei Drittel davon in den ersten Jahren von 1814 -1817, darunter auch die Klöstitzer Siedler. Zu Siedlungsbeginn wurden den deutschen Siedlern knapp 150.000 Hektar Land auf insgesamt 16 Landstücken zugeteilt, d.h. 17 Hektar pro Person. Bis zum Ende der Siedlungstätigkeit 1842 wurden 25 Mutterkolonien angelegt. Westlich des deutschen Siedlungsgebietes bis zum Pruth wurden bulgarische Kolonisten angesiedelt, denen die gleichen Rechte wie den deutschen zugestanden wurden. Die noch unbesiedelten Regionen östlich und nordöstlich der deutschen Siedlungsgebiete wurden einmal von russischen Kronsbauern besiedelt, denen nur noch ein Teil der Privilegien der deutschen und bulgarischen Kolonisten gewährt wurde, ansonsten waren sie den allgemeinen Reichsgesetzen unterstellt; zum Zweiten verlieh der Kaiser noch freie Flächen in der Größenordnung von 1.000 bis 10.000 Hektar an hohe staatliche Würdenträger - teilweise auch deutscher Herkunft -, die darauf große Güter gründeten.

Trotz Auswanderung von rund 25.000 Personen aus den deutschen Siedlungsgebieten vor allem zwischen 1874 und 1927 - die meisten darunter emigrierten in die USA - haben die Nachkommen der Siedler einmal bedingt durch ihre hohe Geburtenrate und zum Zweiten, um sich wirtschaftlich zu entwickeln - und das war meist nur extensiv möglich -, immer danach getrachtet, neue Ländereien aufzukaufen und Tochterkolonien zu gründen bzw. in geringem Umfang auch Land hinzuzupachten. So wurden seit den sechziger Jahren bis zum ersten Weltkrieg noch etwa 125 weitere Kolonien auf Ländereien gegründet, die man von russischen und deutschstämmigen Gutsbesitzern erworben oder gepachtet hatte. Die Landwirtschaft in den Tochterkolonien wurde oft mit modernen landwirtschaftlichen Methoden und unter Einsatz neuster Technik betrieben. Deshalb war der Lebensstandard in diesen Orten in der Regel höher als in den alten, doch etwas behäbigeren Mutterkolonien. Zum Zeitpunkt der Umsiedlung gab es etwa 150 bessarabiendeutsche Orte und es wurden rund 350.000 Hektar Land bewirtschaftet, d.h. es kamen nur noch etwa 4 Hektar auf jeden Einwohner; noch über 80% der deutschstämmigen Bevölkerung lebte zu diesem Zeitpunkt von der Landwirtschaft.

Die Region des südlichen Bessarabiens, der Budschak (tatarisch: "Winkel"), besteht weitgehend aus einer weiten, leicht hügeligen Steppenlanschaft mit sehr fruchtbaren Böden (Schwarzerde) auf denen von den Kolonisten hauptsächlich Cashcrops für den Export in die westeuropäischen Städte angebaut wurden: Dies waren vor allem Getreide, Öl- und Hülsenfrüchte. Allein der Maisanbau umfasste in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts über 30% der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Obst- und Gemüseanbau sowie Milchviehhaltung und Schafzucht waren auch von Bedeutung. Aus Sicht des Zaren sollte die Wirtschaftsweise der Kolonisten der rückständigen russischen Landwirtschaft als Vorbild dienen. Die Kultivierungsleistung der Kolonisten verschiedener Herkunft - herausragend darunter die deutschen - verwandelte die weiten bessarabischen Steppenlandschaften in eine Kornkammer des Zarenreiches und erlaubte es, den russischen Getreideexport über die neu hinzugewonnenen Schwarzmeerhäfen zu erhöhen und Russland so weiter in die Weltwirtschaft zu integrieren.

Es herrscht kontinentales Klima mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern.

Klöstitz zur Zeit der Besiedlung

Klöstitz wurde 1815 von 134 deutschen Siedlerfamilien als Großbauerndorf in zusammenhängender Lage gegründet. Die ersten Siedler waren Württemberger, Schwaben, Pfälzer und Preußen. Jede Familie besaß mit ihrem Hof rund 65 Hektar Land. In der Regel Bildergalerie Köstitz gestern hatte der Hofplatz die Größe einer Dessjatine (1,092 ha) und war ca. 250 Meter lang und 40 Meter breit. Hinter dem bebauten Teil war also noch genügend Raum für einen großen Obst- und Gemüsegarten. Bereits 1859 hatte der Ort 1.334 Einwohner. Er gehörte zum Kreis Akkerman (heute Belgorod-Dnestrowski) und lag südöstlich von Borodino und östlich von Beresina (ebenfalls deutsche Kolonien) am westlichen Rand eines weiten Tals in der Steppenlandschaft. Klöstitz lag auf fuchtbarem Boden. Wenn es ausreichend regnete, konnte mit hervorragenden Erträgen gerechnet werden; blieb der Regen aber aus, mußte man sich auf schreckliche Mißernten einstellen. Der Fluß Tschaga durchfloß das Gebiet der Gemeinde von Norden kommend Richtung Süden. Nach den anfänglichen Ortsbezeichnungen "Emaut" und  "Tscharga"  erhielt der Ort auf Anordnung der russischen Regierung - die die Orte in den deutschen Siedlungsgebieten in Bessarabien nach den Orten ihrer Schlachten gegen Napoleon benannt haben wollte  - im Jahr 1818 den amtlichen Namen "Kleastit", nach der Ortschaft Kljastitz an der Nischtsche, einem Nebenfluss der Düna. Später hat sich die deutsche Schreibweise „Klöstitz“ eingebürgert.

Zur Zeit der Umsiedlung 1940 zählte das Dorf 717 Familien und es hatte 3.212 Einwohner, davon bis auf 82 alles Nachkommen deutscher Siedler. 

Klöstitz trägt heute den Ortsnamen Veselz Dolina.

 

 

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Meine genealogischen Daten von Klöstitz, die darauf basierenden geographischen Darstellungen sowie meine Interpretationen von historischen Ereignissen, Entwicklungen und von Aktivitäten beteiligter Personen, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit. Sollten Sie größere Fehler entdecken oder können Sie sinnvolle Ergänzungen vorschlagen, würde ich mich freuen, wenn Sie mir unter Kontakt eine kurze Mail zuschicken. - Und im übrigen möge man bitte daran denken: Dies ist "work in progress".

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Letztes Update

Website: 01/07/2011     Klöstitz-Genealogiedaten: 25/01/2015